Die Qual der Wahl

Dieses Jahr fällt mir persönlich die Wahl ausgesprochen schwer. Die Parteien plakatieren allesamt fleißig inhaltliche Leere. Man hat das Gefühl, die neue Brause, bei welcher der Fruchtzucker bei den Kalorien mit zählt (oder wie war die Werbelüge nochmal?), stünde gleichberechtigt neben den Parteien zur Abstimmung. Gehen wir sie kurz durch:

  • Die Merkelpartei: www.cdu.de – Diese Partei führt die Christen schon im Namen. Für mich als Atheisten geht das gar nicht. Religion und Politik müssen scharf getrennte Sphären bleiben. Da braucht man gar nicht weiter auf Inhalte eingehen… obwohl es da genug anderes problematisches gibt.
  • Die Rückschrittlichen: www.spd.de – Sie nennen sich unter einander im 21. Jahrhundert Genossen, sie haben die Internetzensur mitgetragen, sie werden regelmäßig von einer Troika drei mehr oder weniger alter Männer geführt und sehen sich selbst als emanzipatorisch an, sie haben noch nicht einmal verstanden, dass die Zeit für Energie aus Kohlekraft abgelaufen ist… mehr muss nicht gesagt werden.
  • Die Linksbürger: www.gruene.de – Sie betonen immer wieder wie links sie sind, dabei werden Sie vor allem von der Mittelschicht gewählt. Ihr eigentliches politisches Anliegen, die ökologische Nachhaltigkeit scheinen sie fast vergessen zu haben. Vielleicht schrecken sie aber auch nur davor zurück, jetzt, da viele grüne Themen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, richtig ernst zu machen und die gesellschaftliche Wende auch an Stellen weiter zu entwickeln, wo es den Grünbürgern weh tut: Trassenausbau, etc.
  • Die Braucht kein Mensch Partei: www.fdp.de – Sie behaupten freiheitlich und liberal zu sein, tragen aber die absurdesten Regelungen zur Steuerung von BürgerInnen mit (nur als Beispiel Betreuungsgeld). Da wo die FDP wirklich etwas bewegen könnte – Privatssphäre von uns vs. Datensammlung von Geheimdiensten – da macht sie gute Miene zum bösen Spiel. Ansonsten haben sich die Liberalen zur einzigen Anti-Ökologie Partei gemausert, was sie für halbwegs intelligente Menschen nicht wählbar macht. Der Gegensatz Wirtschaft – Ökologie ist genauso absurd wie der Gegensatz Arbeitgeber – Arbeitnehmer, damit kommen wir zur
  • Absurdpartei: www.die-linke.de – zugegeben, die Linke ist die einzige Partei, die konsequent mit Inhalten Wahlkampf macht. Das spricht für sie. Leider geht die Linke davon aus, Wohlstand müsse nur verteilt, nicht geschaffen werden, gleiches gilt aus ihrer Sicht für Geld. Die Linke hat viele Ideen, wie man Geld ausgeben kann, sorgt sich aber kein Stück darum, dass dieses Geld ja auch in kleinen Firmen verdient werden muss. Konzerne, die sicherlich viele Ideen der Linken überleben würden, beschäftigen aber nur einen kleinen Teil der Menschen. Über 90% der Berliner Unternehmen haben beispielsweise nur 1-3 Mitarbeiter. Da ist der Chef nicht einfach der Feind und er verdient auch oft gar nicht so viel mehr als seine Angestellten.
  • Die Internetpartei: www.piratenpartei.de – Was die Demokratisierung unserer Gesellschaft angeht sicherlich der richtige Weg, aber leider sehr zerstritten und mit zu hohen Ansprüchen an ihr eigenes Personal. Die Gefahr ist, dass die Stimme hier einfach verloren ist.
  • Dann gibt es natürlich noch die menschenverachtenden Parteien (die bekommen nicht mal einen Link) und die Anti Euro Partei (sorry, no comment für Euch, ist mir zu dumm).
  • Und dann gibt es noch die stärkste Partei: die Nichtwähler – hat den Vorteil, dass man nachher auf jeden Fall auf alles schimpfen kann, ist aber auch eine sehr feige Entscheidung.

Was sagt ihr? Warum sollte man welche Partei wählen?

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