Kreuzritter kurz vor Berlin

Da dachte man jahrzehntelang das Mittelalter sei vorbei, das Zeitalter der Vernunft habe begonnen, das Denkenhabe endlich den Platz eingenommen, den es verdient…und dann das:

Eine Koalition aus Konservativen und Kirchenpersonal hat sich zu einem neuen Kruezzug aufgeschwungen. Vor Jahren schon begann die leidliche Debatte von Seiten der Kreationisten, die die Schöpfungsgeschichte in den Biologieunterricht integrieren wollten. Das scheinheilige Argument seinerzeit war, dass auch der Darwinismus nicht zu beweisen wäre. Dieses Argument offenbart freilich schon die Verweigerung eines modernen Wissensbegriffes in manchen Betonköpfen. Seit mittlerweile etwas mehr als hundert Jahren hat sich in den Wissenschaften ein Verständnis von wissenschaftlicher Theorie durchgesetzt, welches der Idee der absoluten Gewissheit abschwört. Eine Theorie gilt als richtig, sofern sie

  1. plausibel ist
  2. Vorhersagen macht, die überprüfbar
  3. nicht widerlegt ist.

Gerade der letzte Punkt macht deutlich, das die Richtigkeit einer Theorie immer nur vorläufig ist. Besonders prominente Beispiele für die Entwicklung von Theorien sind beispielsweise das Atommodell oder die Mechanik.

Doch zurück zum Thema. Der erste Anlauf der Kreationisten, die nächste Generation zu verdummen, ist glücklicherweise bisher gescheitert. Doch eine fallende Macht wehrt sich lange. So haben jetzt im schönen Berlin, Menschen, denen man sicherlich unterstellen könnte, einen Kirchenstaat anzustreben, für ein Volksbegehren eingesetzt, welches den Religionsuntericht auf eine Stufe mit dem Ethikunterricht stellen will. Nun gibt es natürlich eine interessante Paralelle zum oben beschriebenen Fall: Die Ethik ist eine Disziplin der Philosophie und misst sich an wissenschaftlichen Maßstäben. Die Religion dagegen ist eine Frage des Glaubens und misst sich meist an jarhunderte alten Schriften – erhaben jeder Kritik.

Es ist eine Errungenschaft Berlins seinen multinationalen Bewohnern ein gemeinsames Schulfach als Pflichtfach zu bieten, in welchem über die Maßstäbe der Moral diskutiert werden kann und in denen sich Schüler und Schülerinnen unterschiedlichsten Glaubens in diesem, für das Zusammenleben so entscheidenden Themenbereich treffen. Dies zu unterbinden wäre der größte Schritt in Richtung Mittelalter, den die Hauptstadt in letzter Zeit gemacht hat. Perfider weise nennt sich die Innitiative „Freie Wahl“, obwohl die freiwillige Wahl des Religionsunterrichts ja immer möglich war. Daher gilt es am nächsten Sonntag den rückschrittlichen Einfluss der Kirche zurückzudrängen und mit einem klaren „Nein“ das Volksbegehren abzuwehren.

Angebracht wäre die Forderung die Trennung von Kirche und Staat weiter voranzutreiben und dafür an den entsprechenden Stellen Gesetz und Verfassung zu ändern. Die Eintreibung der Kirchensteuer durch den Staat ist ein Unding, die von unseren Steuergeldern finanzierte Beschäftigung von Religionslehrern ein weiteres. Ich plädiere dafür den Glauben als reine Privatsache zu behandeln.

Nexthamburg: Bürgerbeteiligung 2.0

Am 21.04.2009 fand im Kultwerk West in Hamburg duie Nexthamburg Session No. 1 statt. Zeichenreise war für Euch dabei und berichtet:

Nexthamburg startet mit dem Ansatz, Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu bieten sich an der Entwicklung Ihrer Stadt (in diesem Falle Hamburg) zu beteiligen und Ihre stadtplanerischen Ideen in den öffentlichen Raum zu stellen. Mit Ihren Ideen trafen am Dienstag ca. 70 Leute zusammen. Unter Ihnen waren der Öffentlichkeit bekannte Gesichter sowie „ganz normale“ Menschen aus den Stadtvierteln. In einem sogenannten Speedating hatte jeder die Möglichkeit sein Projekt 4 verschiedenen MitteilnehmerInnen vorzustellen. Im gleichen Zug wurden einem vier Projekte von anderen vorgestellt. Es gab Projekte von „sehr utopisch“ bis ganz realistisch. Ideen wie ein Kinderbauernhof in St. Pauli, Tunnel für Kinder zwischen Wohnblocks und Fahradwege mit grüner Welle auf der einen Seiten standen so pragmatischen Ideen wie der Gründung einer Zwischennutzungsgesellschaft oder einem Leerstandkataster gegenüber. Unter anderem vom World Future Council wurden viele Ideen für die Nutzung regenerativer Energie in der Stadt eingebracht.

Nach der kurzen Vorstellung der Ideen konnten sich Interessierte zusammenschließen und ein Projekt weiter ausarbeiten. Die Innitiatoren von Next Hamburg, hatten Schnellzeichner organisiert, die einen Großteil der Ideen innerhalb kürzester Zeit visualisierten. Aus den ausgearbeiteten Projekten wurden anschließend von allen Teilnehmenden die Favoriten gewählt. Klarer Gewinner war die Gründung einer Zwischennutzungsgesellschaft.

NAch der Gewinnerwahl und den obligatorischen Dankesworten ging der Abend in ein entspanntes Weiterspinnen der Ideen bei Getränken und Snacks über. Alles in allem läßt sich sagen: „Wer nicht dabei war, hat was verpasst.“

Die Projektideen der BürgerInnen und Bürger sollen in der Zukunft mit Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen gebracht werden. Vielversprechende Projekte sollen vorangetrieben und einer Verwirklichung näher gebracht werden. Als Plattform für die Sammlung und Ordnung der weiteren Ideen ging gleichermaßen das vom Webspezialisten secu-ring entwicklete Portal nexthamburg.de in einer ersten Betaversion online.

weitere Informationen unter:

nexthamburg

nexthamburg auf Twitter

kurzes Video zur Veranstaltung

Abendblatt 

nurwerbung.com

Berlin versenkt die Millionen… wir hams ja oder was?

Als ob es nichts sinnvolleres gäbe, wird in den nächsten Jahren zwischen Treptow und Neuköln die vielleicht teuerste Zerschneidung der Haupttadt gebaut. Für den nur 3,2 km langen Abschnitt, um den die A100 verlängert werden soll, geben Bund und Land zusammen 442,8 Mio. Euro aus.

Die Vor- und Nachteile von Stadtautobahnen sind sicherlich bekannt und v.a. eine Glaubensfrage. So werden die einen sagen, wir brauchen die Anbindung um das Verkehrsaufkommen zu bewältigen, die anderen werden dagegen halten, dass wir nicht noch mehr Autos in der Stadt brauchen. Der Ehrlichkeit halber will ich mich entsprechend positionieren:
Ich halte nichts von einem weiteren Ausbau des Straßennetzes und schon gar nichts von Autobahnen in der Stadt. Stadtautobahnen zerschneiden innerstädtische Gebiete und stellen für alle Anwohner kaum zu überwindende Hürden dar. So wird die Autobahn zum Teil in einem bis zu 7m tiefen Trog verlegt werden. Das Leben in den beiden Stadtteilen auf links und rechts der Autobahn wird sich nicht miteinander, sondern völlig getrennt entwickeln. Bösartig könnte man sagen: Jetzt sind wir gerade mal 20 Jahre die Mauer los, da wird schon wieder ein Schnitt auf der Karte gemacht. Die Zerschneidung von innerstädtischen Gebieten ist v.a. in so lebhaften und kreativen Städten wie Berlin ein nicht zu unterschätzendes Problem. Abgase und Lärm tuen Ihr übriges.
Doch zurück zum Ausgangspunkt: Viel schlimmer, als die allgemeinen Argumente für oder gegen eine Autobahn ist die schier unvorstellbare Summe (auf den Meter runter gerechnet immerhin noch 140.000€/m), die an dieser Stelle versenkt wird.

Wie viel mehr würde es Berlin bringen, wenn statt dessen mit dieser Summe der öffentliche Nahverkehr ausgebaut würde?

Wäre es nicht eher sinnvoll, dem Beispiel Londons zu folgen und eine hohe Maut in der Innenstadt zu verlangen um das Verkehrsaufkommen in Berlin zu reduzieren? Daraus ergäbe sich eine zusätzliche Einnahmequelle für die eh schon klamme Stadt. Ein weiterer Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes würde die Lebensqualität für alle Bürger deutlich erhöhen.

Wie viel mehr würde es Berlin bringen wenn wir das Geld in Zukunftstechnologie investieren würden? Wie viele Arbeitsplätze könnten mit dem Geld dauerhaft geschaffen werden?

Diese Frage kann ich natürlich nicht exakt beantworten, ich bin mir jedoch sicher, das die entsprechende Summe, investiert beispielsweise in alternative Energiegewinnung, den Standort Berlin deutlich stärken würde.

Wie viele neue Lehrer könnten von dem Geld finanziert werden? und…

Alles in allem läßt sich sicher das Geld deutlich besser investieren, als in 3 km Straße.

Weitere Informationen:

vom Senat 

Wikipedia 

Morgenpost: Bezirk Friedrichshain Kreuzberg will das Projekt stoppen 

Initiative gegen die A100 

Internet ohne Mouseclicks? Ist das vorstellbar?

Auf einer meiner letzten Zeichenreisen stieß ich auf eine interessante Idee: dontklickit.

Hier haben sich ein paar Leute etwas wirklich experimentelles einfallen lassen. Auf dieser Seite agiert man ganz ohne das übliche Klicken. Alle Klicks werden durch MouseoverEffekte ersetzt. Dabei kann entweder ein entsprechend langes Verweilen (Navigation via Zeit) oder ein über den Button fahren (Navigation via Gestik) die gewünschte Aktion auslösen.

Das Experiment ist gewöhnungsbedürftig, man ist anfangs überrascht über die sich plötzlich ändernden Inhalte und fühlt sich erinnert an die Generation, die erst in hohem Alter mit PCs konfrontiert wurde und beim Klick auf ein Ikon noch „Huch“ ausrief, nachdem sich der Bildschirminhalt plötzlich änderte.

Nach einiger Zeit hat man sich erstaunlich gut an die Navigation gewöhnt. Nicht desto trotz gehe ich nicht davon aus, dass sich der Verzicht auf Klicks auf breiter Ebene durchsetzen wird. Vielmehr könnte es interessant sein, die weiteren Navigationsformen aufzugreifen und sinnvoll einzusetzen. Zu einem gewissen Grad passiert das natürlich schon seit Jahren und ist auch nicht die Idee des Don´tklick-Teams. Beispiele hierfür wären Layermenues, die bei mouseover aufklappen und neue Informationen preisgeben, oder das Iphone.

Ein kleiner Ausflug auf dontklickit kann nicht schaden, um ein paar Anregungen zu erhalten. Das neue WEB sieht jedoch anders aus…

viel Spass beim Surfen

Bei der Zukunft keine Zeit verschwenden

Alle reden von Opel. Herr Steinmeier zum Beispiel möchte bei Opel keine Zeit verschwenden. Aber bringt uns das wirklich voran, wenn wir Konzerne schützen, die in den letzten Jahren geprasst haben, anstatt sich auf die Zukunft vorzubereiten? Wichtige Themen wie Klimaschutz und Ressourcenknappheit geraten durch die aktuelle Finanzkrise, die auch eine Industriekrise ist, wieder aus dem Blick. Die Arbeitsplätze von morgen werden aber nicht unbedingt in den klassischen Industrien entstehen, sondern in neuen Märkten. Ob man dafür die Zyklen, die Kondratjew beschrieben hat und die von Schumpeter propagiert wurden, zu Rate zieht, oder einfach die Notwendigkeiten unserer Zeit ins Auge fasst, ist eigentlich weitgehend gleichgültig.

Wirtschaftlicher Wohlstand beruht nicht nur auf Effizienz, sondern vor allem auch auf Innovation. Nun ist es aber so, dass große Systeme dazu neigen sich selbst erhalten zu wollen (dies gilt für Wirtschaft und Politik gleichermaßen). Dieser „Selbsterhaltungstrieb“ ist ein konservatives Element in der wirtschaftlichen Entwicklung. Verpassen es große Firmen sich den Bedürfnissen des Marktes (der Kunden, der verfügbaren Resourcen, etc.) anzupassen, dann geht es ihnen schlecht. Hierdurch entstehen aber Chancen für die flexibleren und innovativeren kleinen Unternehmen, diese Plätze einzunehmen. Das klassische Beispiel hierfür ist Google. Im Gegensatz zur damaligen Konkurrenz setzte Google auf ein flexibles Serverkonzept (wenn mehr Kapazitäten benötigt wurden, wurde einfach ein weiterer Server in den Verbund mit aufgenommen, wogegen beispielsweise Ask Jeeves auf einen Großrechner setzte). Mit diesem innovativerem Ansatz rollte Google innerhalb weniger Jahre einen ganzen Markt auf und stieß in verschiedene andere Geschäftsfelder vor.

Aus vorangegangenen Überlegungen heraus gilt es sich auf die möglichen und notwendigen Innovationen zu konzentrieren, um die Arbeitsplätze von morgen zu schaffen. Natürlich ist das nicht ganz so wahlkampfwirksam, wie der Belegschaft von Opel tolle Versprechen zu machen, aber es geht hier um unser Geld, welches wir mit unseren Steuern entrichten, und dass sollte in unserem Sinne ausgegeben werden. Und in meinem Sinne wäre es ausgegeben, wenn es sich auf Zukunftstechnologien und Innovation konzentriert. Das sind vor allem Energie- und Rohstoffeffizienz sowie alternative Energiequellen. Bei Zweiterem ist es meines Erachtens vor allem Energiegewinnung ohne Verbrennungsmotoren (also Sonne, Wind, Wasser).

Darauf sollten wir uns konzentrieren, denn wenn die Weltwirtschaft wieder anspringt werden die Rohstoffe wieder ein knappes Gut, sich extrem verteuern, und das Wachstum begrenzen. Und dann werden vor allem da Arbeitsplätze entstehen, wo in diesen Bereichen Einsparmaßnahmen und Alternativen angeboten werden können. Laut Steinmeiers Kollege Müller wird das der neue Kondratjew Zyklus sein (s. Zeit Wirtschaft vom 12.03.2009). Laut Kondratjew entstehen Phasen starken wirtschaftlichen Wachstums immer aus der Überwindung einer deckelnden Knappheit. Ob es diese Zyklen gibt, sei dahingestellt. Von vielen Experten wird es bestritten und ich vermag es nicht zu beurteilen. Allerdings ist es sicher unumstritten, dass der Erfolg von Unternehmen und von Gesellschaften von ihrem innovativen und vorausschauenden Potential abhängt. Wir stehen also eventuell vor der historischen Chance Wirtschaftswachstum und Ökologie zu verbinden. Die Autoindustrie ist dafür wahrscheinlich nicht der richtige Partner.

Was kostet die Stadt oder „It´s all about cross border leasing“

cross boarder leasing ist eine simple Sache, oder eher war eine simple Sache. Das Prinzip ging so: Eine Stadt verkauft seine Werte (S-Bahn, Kanalisation, etc.) an einen (amerikanischen) Investor und leased Sie sofort zurück. Da der amerikanische Staat solche Geschäfte ungewollt mit Steuervorteilen unterstützte, bekamen die Städte einen Teil diese Geldes ausgezahlt. Dies entsprach ca. 4% der Kaufsumme. Der Rest der Kaufsumme wurde bei Banken angelegt das Objekt wurde versichert. Soweit so gut, könnte man denken. 4% der Kaufsumme sind nicht viel. Dafür ist das ganze Objekt auf 99 Jahre in anderen Händen. Man kann es nicht veräußern oder beleihen, man darf seinen Wert nicht mindern, darf die alten Teile nicht verschrotten oder weiterverkaufen. Also warum macht man dann so etwas? Die Antwort, die die Kämmerer und Politiker geben ist denkbar einfach. Sie brauchten Geld.

Das spannende ist nun, dass die Verträge, oft viel hundert bis tausend Seiten dick, nur in Englisch vorlagen, die Kämmerer nur eine deutsche Zusammenfassung erhielten und alles strengster Geheimhaltung unterliegt. Die Verträge wurden im schönen New York unterschrieben, weil dort Verträge auch dann noch gültig bleiben, wenn Sie gegen Bundesrecht (der USA) verstoßen.

Nun kommen Details an Licht, die die Städte viel Geld kosten und die Verkäufer, die damals das schnelle Geld wollten, sehen sich als Opfer.

zeichenreise fragt: „Wie blöd kann man denn überhaupt sein?“

Wer mit Investoren große Geschäfte macht, sollte wissen, dass Investoren Ihr Geld mehren wollen und nicht irgendwelche Gut- oder Bestmenschen sind. Aber viel schlimmer noch: „Wie kann man Verträge unterschreiben, die man nicht gelesen hat?“

Also wenn man mich fragt, kann ich nur sagen, jemand der einen Vertrag unterschreibt und das ganze auch noch in solchen Größenordnungen, ohne ihn vorher gelesen und verstanden zu haben, der ist ein Trottel. Und ganz klar, ich möchte nicht, dass solche Trottel mein Steuergeld verwalten, denn ich muss für die Steuern die ich entrichte hart arbeiten.

weitere Informationen:

Dossier der Zeit Nr. 12 oder online 

oder Wikipedia 

Was kostet die Welt?

Diese Frage kann ich natürlich auf keinen Fall beantworten, aber mitten in der Finanzkrise findet sich die Firma younoodle dazu berufen uns zu sagen, wieviel ein Startup in 3 Jahren wert sein soll. Im Internethype des letzten Jahrtausend wäre das eine wahre Goldgrube geworden. Witzig ist die Idee natürlich auch heute. Der Wert eines jungen Unternehmens hängt jedoch gerade in den nächsten Jahren sehr stark von der globalen Entwicklung ab. Sollten die Regierungen es schaffen, mit billigem Geld eine neue Blase aufzupumpen, dann werden viele Schrottunternehmen in wenigen Jahren eine Menge Wert sein und kurz darauf garnichts mehr. Sollte das nicht der fall sein, kann ich mir durchaus vorstellen, dass harte Fakten eine größere Rolle spielen werden und der sogenannte „Buzz“, also der Medienwirbel, den ein Unternehmen im Internet verbreitet etwas in den Hintergrund treten wird. Sicher ist eine Menge Wind am Anfang für jedes Startup gut, aber wenn der erste Medienrummel abflaut, zeigt sich, wer durchkommt und wer nicht.

Ich sitze ja immer mal mit diesen sehr jungen Leuten, die extrem gute Ideen hatten zusammen. Auffällig dabei finde ich, das viele Geschäftsführer von solchen Senkrechtstartern meinen, Ihnen gehöre die Welt, ohne dass Sie etwas dafür bezahlen müssten.  Darin sehe ich eine große Gefahr. Bei entsprechend schnellem Wachstum ist es extrem wichtig, sich gute Partner ins Boot zu holen, und diese entsprechend zu bezahlen, weil sonst das Wachstum im Chaos endet und der Investor nach wenigen Jahren rettet, was zu retten ist, also sein noch nicht verbranntes Geld abzieht.

Und dann, dann kostet die Welt wieder richtig viel.

Wirklich gelungene Webseite

Ich war mal wieder ein wenig im Web unterwegs, und da bin ich auf eine wirklich sehr schöne Seite gestoßen, der schweizer Designer Tenzin Trepp hat sich hier die Mühe gemacht, ein Gif so zu kacheln, dass daraus eine endlose Reihe von Sisyphusarbeiten entsteht. Kleine Figuren transportieren kleine blaue Bälle durch ein endloses System. Wenn man nicht anderweitig zu arbeiten hätte, könnte man dem bunten Treiben sicher eine weile zusehen.

Besonders interessant an der Seite ist, dass Sie keine Links und keinen Text enthält. Als einziges erfährt man aus dem Seitennamen die Emailadresse des Designers zur Kontaktaufnahme.

Schön also, dass es noch Menschen gibt, die das Internet nutzen, ohne die Informationsflut zu erhöhen. Eine Seite, einfach nur für die Anschauung oder, man könnte sagen: Kunst.

viel Spaß beim Reisen

Quadratische Webflirts und offensives Twittermarketing

Man stößt ja auf die abstrusesten Dinge, wenn man hauptberuflicher Web2.0er ist. Meines Erachtens betreiben immer mehr Startups virales Marketing mittels Twitter. Das funktioniert wahrscheinlich so:

man suche sich X Praktikanten.

Diese X Praktikanten bekommen jeweils einen account bei Twitter, bei welchem die zu bewerbende Zieladresse angegeben ist und eine kurze Beschreibung des zu bewerbenden Projekts.

Jetzt klicken diese Praktikanten wahllos auf Twitterprofile und danach immer auf follow.

Die Angeklickten erhalten eine Email: „Y follows you“ und klicken auf twitter.com/y um zu sehen, wer Ihnen da followed.

Nun lesen Sie den Beschreibungstext und klicken den Link, landen auf dem Projekt und dann muss es noch überzeugend sein.

Im Idealfall ersetzt man jetzt die Praktikanten durch Skripte, denn diese sind A) wesentlich schneller und B) machen sich keine Hoffnungen auf eine feste Stelle….

So oder ähnlich stieß ich vor Kurzem auf Quaddo , ein Onlinechat oder eher Kurzflirt, bei dem man bei jedem Kommunikationsakt ein kleines Stück mehr von seinem Gesicht freigibt. Sicherlich eine witzige Idee, ob es zu mehr Kindern in Deutschland führt, muss sich allerdings noch zeigen.

Und was können die ganzen kleinen und großen Kommunikationsguerilleros daraus lernen? Das Marketing hat sich gleich doppelt gelohnt. Nicht nur, dass über Twitter die Sprungadresse verbreitet wurde, nein auch in diesem kleinen unbedeuten Blog am Rande des Internetuniversums wird über diese innovative Art zu flirten berichtet und das ganze ohne einen Cent dafür zu bezahlen .

Da kann ich nur sagen: großartig, weiter so!

Viel Spass auf Euren Netzreisen.

Startups

Auf einer meiner letzten Wanderungen durch die digitale Welt, bin ich auf ein paar interessante Dinge gestoßen. Da gibt es beispielsweise eine Seite auf deutsch, auf der über türkische Startups berichtet wird. Das finde ich doch mal innovativ. Natürlich gibt es auch eine Seite auf der über deutsche startups berichtet wird. Diese ist allerdings nicht auf türkisch gehalten. Auf jeden Fall findet man hier ein paar interessante Informationen, wie z.B. das Investoren wieder Geld in Spreadshirt stecken, damit diese ihr internationales Geschäft auf festere Beine stellen können. Auch nicht schlecht war diese Marketingseite, die natürlich Geld damit verdienen will, dass sie Gründer berät. Was Beratung von Gründern angeht, bin ich natürlich immer ein wenig skeptisch, weil da oft Leute hinterstecken, die ein wenig skrupellos Geld verdienen wollen. Die meisten Gründer kriegen ja von der Agentur für Arbeit Gutscheine für Beratung und dann kontrollieren sie oft nicht so genau, ob die Leistung stimmt und so tummeln sich ein Haufen Nieten in diesem Bereich (diese Nieten nehmen mir das jetzt bitte persönlich, nee). Auf besagter Marketingseite fand sich jedoch ein Artikel über den Nutzen von Twitter und darüber, wie man mittels twitterfeed  seine RSS-feeds auf twitter veröffentlicht.

Nachdem ich nun also wieder ein paar Informationslinien im Netz gezeichnet habe, mache ich mich wieder an den Ernst des Lebens.